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"Das Himmelreich gleicht einem Hausherren, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter anzuwerben für seinen Weinberg."
Matthäus 20:1

Das Himmelreich und seine Arbeitsweise

Jesus erzählte gern Geschichten. Nicht, um die Menschen zu unterhalten, sondern um ihnen beizubringen, die Dinge richtig einzuschätzen. Um auf Verhaltensweisen hinzuweisen, die geändert werden mussten, und jene hervorzuheben, die man sich zu eigen machen sollte.

Im Matthäusevangelium finden wir eine Vielzahl dieser Geschichten in Form von Gleichnissen. Drei davon waren in diesem Jahr Gegenstand meiner vorangegangenen Andachten. Auch in dieser vierten geht es wieder um das Himmelreich. Jesus vergleicht es mit dem Handeln eines Hausherrn, der Arbeitern Arbeit anbietet.

Als diese ihren Arbeitstag beendet haben und ihren Lohn erhalten, äußern sie ihren Unmut. Denn diejenigen, die nur wenig gearbeitet haben, erhalten denselben Lohn wie diejenigen, die den ganzen Tag gearbeitet haben.

Das ist unfair, würden wir sagen.

In einer Welt, in der so viele Menschen auf Individualismus, Profit, Leistung und Ertrag ausgerichtet sind, fällt es schwer, eine solche Vorgehensweise zu verstehen oder gar zu akzeptieren. Doch Jesus spricht zu uns – Gott sei Dank – von einer anderen Welt. Er spricht zu uns vom Himmelreich. Und das ermöglicht uns, unsere Perspektive zu ändern.

Es wäre bedauerlich, zu glauben, diese Welt sei eine Utopie. Denn dann würden wir die Botschaft völlig verfehlen. Wie sieht sie also aus?

In seinem Evangelium platziert Matthäus dieses Gleichnis direkt nach der Frage der Jünger Jesu nach dem ewigen Leben und danach, was mit ihnen geschehen wird. Als wolle er seinen Lesern und Zuhörern sagen:

„Hört zu, Das ewige Leben ist ein Geschenk Gottes. Es ist ein wesentlicher Bestandteil seines Reiches der Liebe. Und Gott verfügt darüber, wie es ihm gefällt.“

Das Himmelreich, von dem Jesus spricht, ist eine Einladung, unsere Art des Zusammenlebens zu hinterfragen.

Willst du dich darauf einlassen?

Patrick Joseph

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"... Das Himmelreich gleicht einem König, der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte ..."
Matthäus 18:23

Das Himmelreich und seine Werte

Fritz war immer der Meinung, dass Vergebung nur etwas für Schwache sei. Deshalb gab er immer Gleiches mit Gleichem zurück. Eines Tages begegnete er jemandem, der sein Leben auf den Kopf stellte. Dieser Mensch brachte ihm die Liebe näher. Er lehrte ihn, zu vergeben.

In Matthäus 18 fragt Petrus Jesus: „Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben?“ Er hält sich wahrscheinlich für großzügig, als er siebenmal vorschlägt. Doch Jesus antwortet ihm: „Bis zu siebzigmal siebenmal.“ Bei oberflächlicher Lektüre scheint die Antwort einfach zu sein. Vierhundertneunzigmal. Und doch ist dem nicht so! Denn was Jesus durch seine Aussage offenbart, ist eine neue Lebensweise.

Er fügt ein Gleichnis hinzu. Die Geschichte eines Mannes, dem ein König eine Schuld erlässt, die unmöglich zurückzuzahlen war. Doch dieser Mann weigert sich, nachdem er eine immense Gnade empfangen hat, jemand anderem seine kleine Schuld zu erlassen. Sein Problem: Er schenkt der Gnade, die er gerade empfangen hat, keine Beachtung. Er hat nicht verstanden, dass er so handeln muss, wie man ihm gegenüber gehandelt hat.

Manchmal verhalten wir uns wie dieser Mann: Gott muss unsere großen Schulden tilgen, während die kleinen Schulden anderer in uns vergraben bleiben. Wir lehnen – oft bewusst – die Verwandlung ab, die Gott in uns bewirken will. Und doch Vergebung ist eine zerbrechliche Kette, wenn man sie nur für sich selbst behält. Deshalb muss jemand, dem vergeben wurde, selbst Vergebung zeigen. Das ist Gottes Wille. So verändert er die Herzen. So soll sich seine Barmherzigkeit durch seine Gemeinde in der Welt widerspiegeln.

Stell dir also heute die Frage: Lebe ich die Werte des Himmelreichs in vollem Umfang?

Patrick Joseph

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"Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch aussäte."
Matthäus 13:31

Das Reich Gottes und seine Geheimnisse

Hast du dich jemals gefragt, wie die Kerne eines Apfels, sobald sie eingepflanzt sind, einen Apfelbaum hervorbringen können? Im Moment gibt es keine Antwort darauf. Was das Himmelreich betrifft, so verhält es sich genauso. Wir können die Ergebnisse beobachten, doch der Prozess bleibt uns verborgen.

Ein Samen wächst ohne menschliches Zutun. Gott hat in seiner absoluten Souveränität es für gut befunden, den kleinen Dingen die Fähigkeit zu geben, nach einer inneren Dynamik zu wachsen, die unser menschliches Verständnis übersteigt.

Genau das möchte Jesus uns in diesem Gleichnis vermitteln. Das Himmelreich wird mit einem kleinen Senfkorn verglichen, das es dennoch schafft, einen großen Baum hervorzubringen.

Ein Besuch bei einer einsamen Person, ein kurzer Moment des Gebets für jemanden, der es braucht, ein liebevolles Wort, ein Lächeln für jemanden auf der Straße… Das sind alles kleine Taten, die auf menschlicher Ebene nur gute Taten sind. Aber in der göttlichen Ordnung sind es Milliarden kleiner Senfkörner, die bereit sind, zu großen Bäumen zu werden.

Denn wo wir das Spektakuläre suchen, ist Gott im Winzigen. Wo wir das Unmittelbare wollen, ist Gott in der Dauer. Und wo wir auf Gewinn aus sind, stellt Gott das Leben in den Vordergrund.

Verachten wir also nicht die kleinen Dinge, die Gott in unserem Leben beginnt. Behalten wir das Vertrauen, auch wenn wir im Moment nichts sehen. Seien wir uns bewusst, dass unser Glaube dazu bestimmt ist, geteilt zu werden. Er muss es uns ermöglichen, andere aufzunehmen und ihnen zu dienen.

Und wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages verstehen, wie aus einem Samenkorn ein Apfelbaum entsteht.

Patrick Joseph