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"... Das Himmelreich gleicht einem König, der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte ..."
Matthäus 18:23

Das Himmelreich und seine Werte

Fritz war immer der Meinung, dass Vergebung nur etwas für Schwache sei. Deshalb gab er immer Gleiches mit Gleichem zurück. Eines Tages begegnete er jemandem, der sein Leben auf den Kopf stellte. Dieser Mensch brachte ihm die Liebe näher. Er lehrte ihn, zu vergeben.

In Matthäus 18 fragt Petrus Jesus: „Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben?“ Er hält sich wahrscheinlich für großzügig, als er siebenmal vorschlägt. Doch Jesus antwortet ihm: „Bis zu siebzigmal siebenmal.“ Bei oberflächlicher Lektüre scheint die Antwort einfach zu sein. Vierhundertneunzigmal. Und doch ist dem nicht so! Denn was Jesus durch seine Aussage offenbart, ist eine neue Lebensweise.

Er fügt ein Gleichnis hinzu. Die Geschichte eines Mannes, dem ein König eine Schuld erlässt, die unmöglich zurückzuzahlen war. Doch dieser Mann weigert sich, nachdem er eine immense Gnade empfangen hat, jemand anderem seine kleine Schuld zu erlassen. Sein Problem: Er schenkt der Gnade, die er gerade empfangen hat, keine Beachtung. Er hat nicht verstanden, dass er so handeln muss, wie man ihm gegenüber gehandelt hat.

Manchmal verhalten wir uns wie dieser Mann: Gott muss unsere großen Schulden tilgen, während die kleinen Schulden anderer in uns vergraben bleiben. Wir lehnen – oft bewusst – die Verwandlung ab, die Gott in uns bewirken will. Und doch Vergebung ist eine zerbrechliche Kette, wenn man sie nur für sich selbst behält. Deshalb muss jemand, dem vergeben wurde, selbst Vergebung zeigen. Das ist Gottes Wille. So verändert er die Herzen. So soll sich seine Barmherzigkeit durch seine Gemeinde in der Welt widerspiegeln.

Stell dir also heute die Frage: Lebe ich die Werte des Himmelreichs in vollem Umfang?

Patrick Joseph

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"Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch aussäte."
Matthäus 13:31

Das Reich Gottes und seine Geheimnisse

Hast du dich jemals gefragt, wie die Kerne eines Apfels, sobald sie eingepflanzt sind, einen Apfelbaum hervorbringen können? Im Moment gibt es keine Antwort darauf. Was das Himmelreich betrifft, so verhält es sich genauso. Wir können die Ergebnisse beobachten, doch der Prozess bleibt uns verborgen.

Ein Samen wächst ohne menschliches Zutun. Gott hat in seiner absoluten Souveränität es für gut befunden, den kleinen Dingen die Fähigkeit zu geben, nach einer inneren Dynamik zu wachsen, die unser menschliches Verständnis übersteigt.

Genau das möchte Jesus uns in diesem Gleichnis vermitteln. Das Himmelreich wird mit einem kleinen Senfkorn verglichen, das es dennoch schafft, einen großen Baum hervorzubringen.

Ein Besuch bei einer einsamen Person, ein kurzer Moment des Gebets für jemanden, der es braucht, ein liebevolles Wort, ein Lächeln für jemanden auf der Straße… Das sind alles kleine Taten, die auf menschlicher Ebene nur gute Taten sind. Aber in der göttlichen Ordnung sind es Milliarden kleiner Senfkörner, die bereit sind, zu großen Bäumen zu werden.

Denn wo wir das Spektakuläre suchen, ist Gott im Winzigen. Wo wir das Unmittelbare wollen, ist Gott in der Dauer. Und wo wir auf Gewinn aus sind, stellt Gott das Leben in den Vordergrund.

Verachten wir also nicht die kleinen Dinge, die Gott in unserem Leben beginnt. Behalten wir das Vertrauen, auch wenn wir im Moment nichts sehen. Seien wir uns bewusst, dass unser Glaube dazu bestimmt ist, geteilt zu werden. Er muss es uns ermöglichen, andere aufzunehmen und ihnen zu dienen.

Und wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages verstehen, wie aus einem Samenkorn ein Apfelbaum entsteht.

Patrick Joseph

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"Das Himmelreich gleicht einem Hausherren, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter anzuwerben für seinen Weinberg."
Matthäus 20:1

Das Himmelreich und seine Arbeitsweise

Jesus erzählte gern Geschichten. Nicht, um die Menschen zu unterhalten, sondern um ihnen beizubringen, die Dinge richtig einzuschätzen. Um auf Verhaltensweisen hinzuweisen, die geändert werden mussten, und jene hervorzuheben, die man sich zu eigen machen sollte.

Im Matthäusevangelium finden wir eine Vielzahl dieser Geschichten in Form von Gleichnissen. Drei davon waren in diesem Jahr Gegenstand meiner vorangegangenen Andachten. Auch in dieser vierten geht es wieder um das Himmelreich. Jesus vergleicht es mit dem Handeln eines Hausherrn, der Arbeitern Arbeit anbietet.

Als diese ihren Arbeitstag beendet haben und ihren Lohn erhalten, äußern sie ihren Unmut. Denn diejenigen, die nur wenig gearbeitet haben, erhalten denselben Lohn wie diejenigen, die den ganzen Tag gearbeitet haben.

Das ist unfair, würden wir sagen.

In einer Welt, in der so viele Menschen auf Individualismus, Profit, Leistung und Ertrag ausgerichtet sind, fällt es schwer, eine solche Vorgehensweise zu verstehen oder gar zu akzeptieren. Doch Jesus spricht zu uns – Gott sei Dank – von einer anderen Welt. Er spricht zu uns vom Himmelreich. Und das ermöglicht uns, unsere Perspektive zu ändern.

Es wäre bedauerlich, zu glauben, diese Welt sei eine Utopie. Denn dann würden wir die Botschaft völlig verfehlen. Wie sieht sie also aus?

In seinem Evangelium platziert Matthäus dieses Gleichnis direkt nach der Frage der Jünger Jesu nach dem ewigen Leben und danach, was mit ihnen geschehen wird. Als wolle er seinen Lesern und Zuhörern sagen:

„Hört zu, Das ewige Leben ist ein Geschenk Gottes. Es ist ein wesentlicher Bestandteil seines Reiches der Liebe. Und Gott verfügt darüber, wie es ihm gefällt.“

Das Himmelreich, von dem Jesus spricht, ist eine Einladung, unsere Art des Zusammenlebens zu hinterfragen.

Willst du dich darauf einlassen?

Patrick Joseph

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"Prüfet alles und behaltet das Gute!" (4)
1. Thessalonicher 5:21

Die Jahreslosung 2025 habe ich bisher unter drei Gesichtspunkten aufgenommen und mit uns verbunden: 1) Alles auf Lebensdienlichkeit prüfen. 2) Bei allem auf das Gute achten. 3) Am Guten festhalten: Wahrheit und Werte aufrecht halten.
Die ursprünglichen Empfänger konnten die Aussage in solch grundsätzlicher Bedeutung wie wir aufnehmen; doch für sie stand der Satz zunächst in einem engeren Sach-Zusammenhang religiöser Art. Beurteilt und geprüft werden soll demnach, was in geistlicher Rede aufgrund innerer Eingebung im Gottesdienst geäußert wird (1.Thess 5,19+20): „Den Geist löscht nicht aus. Prophetische Rede verachtet nicht.“ Was dann und so die praktische Prüfung für Glaube und Leben besteht, soll als „das Gute“ behalten und gelebt werden (so 1.Thess. 5,21).

Erwartet wird zunächst die positive Haltung zum Wirken Gottes, das als geistliche Anrede und prophetische Ansage in konkreter Situation begegnet. Nach 1.Kor. 14,3 geht es in der Prophetie um die Stärkung des Glaubens bzw. den Aufbau der Glaubensgemeinschaft durch Anteilnahme und Zuspruch in seelsorglicher Weise. Ein Christenmensch soll die vom Gottesgeist bewegten Mit-Christen (in der frühen Gemeinde waren das Männer und Frauen) nicht geringschätzen. Paulus kennt prophetisch-geistliches Wirken aus persönlichem Erleben und eigener Erfahrung.

Doch das wegweisende Wort von Propheten und Geistbegabten wird von Paulus nicht als allezeit absolut gültig oder jederzeit unbedingt maßgeblich betrachtet; es soll geprüft werden auf seinen positiven Glaubens- und Lebensbezug. Das ist ein mutig-„kritischer“ (=„prüfender“) Ansatz! Das wird wirklich, wo wir seelsorglich hören, reden und wirken; wo wir gemeinsam suchen und fragen, wo wir miteinander und aneinander glauben – und uns verstehn (Liederbuch ghs 378).
Das ist ein guter geistlicher Impuls, den ich gern behalte!

Klaus Schmitz

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"Da starb Elimelech, der Mann Noomis; und sie blieb zurück mit ihren beiden Söhnen.
"
Rut 1:3

Mit einem Tod beginnt die Geschichte - sie endet nicht mit ihm!

Darf eine Geschichte mit einem Tod beginnen? Wir wissen doch, dass die Erzählung eines Lebens mit der Geburt anfängt und mit dem Sterben endet.

Die Erzählung Gottes mit seinen Menschen scheint aber anders zu funktionieren, denn viele biblische Geschichten beginnen mit einem Tod. Auch im Buch Rut: Der Satz, dem diese Andacht zugrunde liegt ist nüchtern. Wie können nur erahnen, wie der Tod hier eine Wunde reißt. Elimelech, der Hausherr – er ist fort. Das Leid, das dieser Verlust für Noomi und ihre Söhne bedeutet, ist kaum auszudenken. Das Leben ist brutal zerschnitten.

Doch in dieser knappen Formulierung des Todes verbirgt sich mehr als nur Trauer. Wer genau liest, spürt eine kaum merkliche, aber fundamentale Verschiebung: In den Versen davor war sie „Noomi, die Frau Elimelechs“ (Rut 1,2). Ihr Name stand im Schatten des Mannes, definiert durch ihn – wie so oft in den Texten der Antike und unserer eigenen Geschichte. Die Frau war nur Anhängsel des „Eheherren“.

Das Ende ist Anfang

Doch hier, in diesem Augenblick des Verlustes, geschieht etwas Stilles, Gewaltiges. Plötzlich ist er „Elimelech, Noomis Mann“. Der Mann wird nun durch die Frau definiert. Er wird zu ihrem „Attribut“. Sie, die Hinterbliebene, steht nicht mehr im Schatten. Sie tritt, gezwungen durch die Umstände, in den Vordergrund. Die Perspektive der Geschichte kippt. Noomi tritt in die Mitte der Erzählung. Ihre Schwachheit, der Verlust des Mannes, wird zum Auftakt einer neuen Geschichte.

Hier offenbart sich Gottes Art: Er schreibt seinen Weg mit uns nicht um menschliche Stärke herum, sondern durch menschliches Zerbrechen hindurch.

Mit dem Tod beginnt Leben

Das hat auch jene Maria aus Magdala erfahren: eine Frau mit zweifelhaftem Ruf wurde von Jesus von sieben Dämonen befreit. Sie wurde Jesu Nachfolgerin, finanzierte seinen Dienst mit - und verzweifelte, als Jesus starb. In der großen Trauer am leeren Grab aber begegnete Ihr der Auferstandene - und er beauftragte sie, den Jüngern die Nachricht von seiner Auferweckung zu überbringen (Johannes 20,11 ff.). Die Trauernde, deren Lebenszweck gestorben war, wird zur Apostelin der Apostel!

Diese Erfahrung leuchtet auch bei Noomi schon vorsichtig auf und das Kreuz Jesu ist der ultimative Beleg: Gottes große Anfänge stehen am Ende menschlicher Pläne: der Tod hat nicht das letzte Wort, weil Gott aus zerbrochenen Umrissen Neues zeichnet. Wo unsere Kraft endet, kommt Gottes Auferstehungskraft zur Geltung.

In dieser Weise können wir auch dieses Pauluswort verstehen: „Denn wenn er auch gekreuzigt wurde in Schwachheit, so lebt er doch aus Gottes Kraft. Und wenn wir auch schwach sind in ihm, so werden wir doch mit ihm leben aus der Kraft Gottes für euch.“ (2 Kor, 13,4)

Wenn alles, was uns definiert hat, wegbricht – Beruf, Status, Beziehung –, sind wir nicht weniger wert. Vielleicht sind wir dann erst wirklich wir selbst, vor Gott. Und vielleicht beginnt Gott gerade dann, unsere Geschichte auf eine neue, unerwartete Weise zu schreiben.

Alexander R.

Dritter Teil einer Andachtsserie zum Buch Rut - wird fortgesetzt

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"Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte."
Matthäus 13:24

Mit Jesus unterwegs beim Aufbau seines Reiches.

Der Weg mit Jesus gleicht einer Wanderung mit Höhen und Tiefen, schnellen und langsamen Momenten sowie Zeiten des Stolperns, Ausrutschens und Ausruhens. Aber egal wie es sein wird: Jesus lässt deine Hand nie los.

Das ist das Abenteuer, zu dem ich dich dieses Jahr einlade. Der Aufbau des Gottesreiches. - Wenn Jesus von seinem "Reich" spricht, beschreibt er eine Welt im Aufbau. In dieser Welt hören die Mächtigen zu, die Stärksten dienen, die Verletzten zählen und die Vergessenen werden wieder sichtbar. Für den Aufbau seines Reiches spricht Jesus normale Menschen wie dich und mich an. Er wählt Skeptiker sowie Idealisten, ungeschickte sowie zögerliche Sünder aus. Wenn du das Gefühl hast, nicht „gut genug” zu sein, dann sei dir bewusst, dass du nicht der Einzige bist.

Jesus zwingt nichts auf. Er erzählt Geschichten, die ein Lächeln hervorrufen, aber auch Zähneknirschen. Er zeigt uns, dass das, was die Welt verändert, klein und unauffällig beginnt. Dieses Reich mit ihm aufzubauen, bedeutet nicht, vor der Realität zu fliehen, sondern sich vollkommen auf sie einzulassen. Es bedeutet, zu lernen, anders zu leben. Es bedeutet, sich Schritt für Schritt dafür zu entscheiden, auf Härte mit Demut, auf Zynismus mit Begeisterung, Leidenschaft und Engagement zu reagieren.

Mit Jesus "unterwegs" zu sein bedeutet nicht, alle Antworten zu haben. Es bedeutet vielmehr, Raum für Fragen zu schaffen, die unsere Gewissheiten erschüttern. Geh doch mal einen Schritt auf Jesus zu. Glaube an ihn. Komm, wir bauen zusammen das Gottesreich auf. Wir vollbringen zutiefst menschliche Gesten: ein Wort der Liebe im Alltag, eine Geste der Gerechtigkeit oder eine unerwartete Vergebung. Und wer weiß, vielleicht wirst auch du in den nächsten Tagen positiv überrascht sein von dem neuen Verlauf deines Lebens. 

Patrick Joseph

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"Damals zog ein Mann aus Betlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen."
Rut 1:1b

Es geht um Leben oder Tod. Eine Hungersnot hält das Land fest in der Hand. Sie bedroht eines der wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen: Das Bedürfnis nach Nahrung. Und die Not ist so groß, dass ein Mann aus Betlehem fortzieht, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen, samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Ausgerechnet Betlehem muss er verlassen, das Haus des Brotes, wie der Name dieses Ortes zu übersetzen ist, und ausgerechnet in Moab lässt er sich nieder, in einem Land, das Israel oft feindlich gesinnt war.

Die Bibel erzählt oft von solchen Auszügen aus der Heimat:

Hunger nach Leben

Abraham hört einen Ruf Gottes- und zieht nach Kanaan, in das Land, das Gott ihm und seinen Nachkommen versprochen hat. Doch schon kurze Zeit später wird Abraham aufgrund einer Hungersnot im Gelobten Land nach Ägypten fliehen und dort als ein Fremder leben müssen (Genesis 12,10). Gottes Verheißungen sind stets gefährdet.

Diese Auszugserzählungen berichten oft von einer ganz menschlichen Hoffnung auf ein besseres Leben. Wir können die Not und Verzweiflung dieses Mannes aus dem „Haus Gottes“ erahnen, denn er verlässt die Verheißung Gottes, das Land Kanaan. So anstößig das für einen gläubigen Menschen klingen mag: die Bibel erzählt hier ganz neutral und verurteilt diesen Menschen nicht. Vielleicht fällt es uns deshalb leichter, uns in ihm zu erkennen:

Bitten nach Gottes Führung

Denn auch wir erleben unsere „Hungersnöte“: Enttäuschungen, Verluste, Glaubenszweifel und oft suchen wir eigene, schnelle Lösungen, statt auf Gott und seine Führung zu vertrauen. Wir versuchen, unseren Hunger nach Leben selbst zu stillen, ohne Gott, anstatt im Hause des Brotes zu bleiben. Und doch beten wir: „Gib uns unser tägliches Brot Tag für Tag“ (Lk 11,3). Diese Bitte erinnert uns an zweierlei: Gott ist Geber allen Lebens; er wird unseren Hunger nach Leben stillen. Und: Wir sind jeden Tag Empfänger, ja Bettler, seiner Güte. Ja, das ist gewiss: Wir sind Bettler im Haus des Brotes. In Wüstenzeiten und auf Adlerflügeln. Und so können wir zuversichtlich und im Vertrauen auf Gott mit dem Psalmisten beten: Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar (Ps 23,6).

Alexander R.

Zweiter Teil einer Andachtsserie zum Buch Rut - wird fortgesetzt

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"Prüfet alles und behaltet das Gute!" (2)
1. Thessalonicher 5:21

Im ersten Quartal hatte ich zur Jahreslosung einige Gedanken zur Gesamt-Aussage geäußert. Diesmal ziele ich auf einen anderen Aspekt dieses kurzen Satzes (im Griechischen besteht er aus zwei Teilen mit je drei Wörtern), nämlich: "das Gute".
Aus dem großen Ganzen des Lebens und Erlebens sollen wir das moralisch-praktisch Gute herausfinden. Ist das eine Sisyphus-Arbeit, sozusagen vergebliche Mühe, weil sich im Lebens-Alltag kaum bzw. wenig Gutes findet? Sind wir also nur mit Suchen beschäftigt, wie die Goldgräber von einst, die aus den Bächen die Goldklümpchen aussieben wollten - und doch meist nur Kieselsteine hatten ... ? Das wäre echt schlimm und beschwerlich! Das kann Paulus doch nicht meinen.
Der Apostel scheint vielmehr überzeugt, dass sich genügend Gutes finden lässt: Im Alltag der Welt (vgl. Philipper 4,8) wie natürlich in der Gemeinschaft der Christus-Gläubigen (vgl. Römer 12,2)! "Man/frau" muss das Gute allerdings sehen und erkennen. Dazu braucht es eine insgesamt positive Grundeinstellung mit einer wertschätzenden Betrachtung von Sachverhalten und einem wohlwollenden Blick auf Mitmenschen. Für eine solche Perspektive auf das Leben können wir uns bewusst entscheiden - und "müssen" es wohl auch tun! Denn es mag sein: Negative Kritik und "Meckern" ergibt sich womöglich wie von selbst ... .
Wenn wir es anderen leicht(er) machen wollen, Gutes zu finden, - tun wir Gutes! Unsere Mitmenschen werden es dankbar annehmen und behalten.

Klaus Schmitz

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"Prüfet alles und behaltet das Gute!" (3)
1. Thessalonicher 5:21

Aus der Jahreslosung 2025 greife ich diesmal ein einzelnes Wort heraus. Es geht mir um die Aufforderung im zweiten Satzteil: Behaltet das Gute.

Die Grammatik ist deutlich: ein Imperativ, die "Befehlsform". Redet Paulus wie ein Feldwebel zu Soldaten, sozusagen im Kommando-Ton? Nein, in der christlichen Gemeinde kann und darf es nicht wie beim Kommiss zugehen oder wie im Krieg! - Spricht Paulus als strenger Vater zu kleinen Kindern? Nein, die christliche Kirche ist nicht eine Erziehungsanstalt für Unmündige in Sachen Religion und Moral. - Wobei uns allen klar sein wird: Nur mit grundlegenden Werten funktioniert das Zusammenleben in der Gemeinde oder in der Gesellschaft wirklich gut.

Das Gute in Form praktischer Tugend und als gelebter Wert, das ist dem Apostel wesentlich. Wie wichtig es ihm ist, das zeigt sich an zwei weiteren Dingen. Zum einen stellt Paulus das Verb an das Satzende, wodurch es das ganze Gewicht der Satzaussage bekommt: "... das Gute behaltet." - Zum anderen belässt Paulus es nicht beim einfachen Verb "haben/(be)halten", sondern intensiviert dessen Bedeutung durch eine verstärkende Vorsilbe. Das Wort heißt nun "behalten, bewahren, in Besitz haben, als gültig festhalten, in der Praxis aufrechterhalten" – im unbedingten Sinn persönlicher Entschiedenheit aus innerer Überzeugung.

So kommt das Verb im Neuen Testament öfter vor. In Hebräer 10,23 steht es im Blick auf das Festhalten am "Bekenntnis der Hoffnung auf Christus", in Thessalonicher 5,21 wird es auf das Ganze von Gottesbeziehung und Lebenswahrheit angewandt: Das Gute darin und daran sollen wir unbedingt festhalten und aufrechterhalten. Das wahrhaft Gute soll Bestand haben in unserem Glauben und Leben, gedanklich und praktisch. Ich finde das eine positive Empfehlung. Richten wir uns als Einzelne so aus, dann wird es auch in der Gemeinschaft gut sein und gut gehen.

Klaus Schmitz

Meer

"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr."
Offenbarung 21:1

In den letzten Tagen hatte ich das Vorrecht, einige interessante Dokumentationen über das Weltall ansehen zu dürfen. Unvorstellbar, wie groß, wie weit schneit, ... und noch weitestgehend unerklärbar das Universum ist und funktioniert! Und wie klein doch unsere Erde, wie unscheinbar der Mensch und begrenzt sein Verstand ist. Wir lieben sie, unsere Erde, sie ist unsere Heimat. Aber unsere Sünde hat sie kaputt gemacht und es wird der Tag kommen, an dem sie unbrauchbar geworden ist.

Ein neuer Himmel und eine neue Erde - unvorstellbar schön und frei von Sünde und ihren Folgen werden uns verheißen! Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat ... wie soll man das nur beschreiben?!? Gott selbst wir auf ihr seine Zelte aufschlagen und wird mitten unter seinen Kindern wohnen. Angesichts der Situation, in der wir heute leben und die uns Angst und Sorge bereiten, sind das wundervolle, herrliche Aussichten! Kein Krieg, keine Schmerzen, keine Tränen oder sonst irgendein Leid wird uns quälen. Gottes Gegenwart wird all unseren Kummer heilen.

Wann immer mich Traurigkeit überkommt, trösten mich die Worte des Johannes. Wie freue ich mich auf die Zukunft, von der ich im Glauben wissen darf! Ein wenig verwirrend die Aussage, dass es kein Meer mehr geben soll.

So werde ich nun mal schnell die Koffer packen. Es geht an die Ostsee - solange es sie noch gibt ...!

Gabriele Stangl

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"Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land."
Rut 1:1a

In den Tagen

Mut, Hoffnung und Zuversicht. Das braucht es. Heute und auch in den Tagen, als die Richter regierten: „Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen“ (Ri 21,25). Das Volk hat Gott verlassen, es hat vergessen, was Gott Gutes an ihm getan hat: Dass er die Menschen aus der Knechtschaft in Ägypten in die Freiheit des gelobten Landes geführt hatte, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Uns wird das Problem schnell klar: die Menschen dienen nicht mehr Gott, sondern sich selbst. „Jeder tut, was ihm passt.“ Alle versuchen, das eigene Leben ohne Gott zu meistern- auf Kosten aller anderen. Uns mutet heute auch die kleine Notiz vertraut an, wenn die Bibel berichtet, dass es „noch keinen König“ gab. Da hören wir die Sehnsucht nach einer starken Hand, nach dem Anführer, einem Mächtigen, einem Retter, der für Ordnung sorgt.

Da entstand eine Hungersnot

Und wie sehr braucht es einen Retter: zu all den gesellschaftlichen Verwerfungen kommt es jetzt in unserer Erzählung auch noch zu einer Hungersnot. Milch und Honig fließen nicht mehr. In der biblischen Welt zeigt eine Hungersnot eines: Gottes Segen ist den Menschen entzogen. Gott ist fern. Will man hier nicht lieber aufhören zu lesen? Das Buch zuklappen, wie ich es gerne mit der Zeitung mache, wenn die Nachrichten schlimmer und schlimmer werden? Schmerzlich wird bewusst, dass sich auch in unseren Tagen Gott vor uns zu verbergen scheint. Krieg in Europa. Hungersnöte in vielen Teilen der Welt, Inflation. Und eine wankende Demokratie! Also lieber die Augen schließen?

Verborgene Hoffnung

Nein. Aber woraus sollen wir Mut, Hoffnung, Zuversicht schöpfen? Der Leser des Buches Rut kann schon aus den ersten Worten erschließen, dass diese Geschichte gut ausgehen wird: Denn das „Und es geschah“ hört sich im hebräischen Original an wie unser „Es war einmal“: wir wissen, dass Geschichten, die mit diesen Worten anfangen immer ein gutes Ende haben. Genau das klingt auch hier an: auf diese Weise vermittelt der Erzähler des Buches Rut gleich zu Beginn eine feste Zuversicht: Gott wird sich den Menschen zuwenden. Die Hungersnot wird schwinden. Es wird Brot geben für alle. In dieser Zuversicht leben wir: Auf Hoffnung hin. In der Hoffnung auf einen Retter, einen Retter, der nicht mit Gewalt regiert, sondern dereinst auf einem Esel geritten kam –Jesus- und versprach: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern und wer an mich glaubt, wird nicht mehr dürsten (Joh 6,35).

Alexander R.

Erster Teil einer Andachtsserie zum Buch Rut - wird fortgesetzt

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"Prüfet alles und behaltet das Gute!" (1)
1. Thessalonicher 5:21

Für mich ist es erfreulich, dass wir mit der Jahreslosung 2025 als Prüfende angesehen werden - und nicht als Prüfungskandidaten bzw. Prüflinge. Prüfende/r sein zu können, das zeugt von Wertschätzung in unsere Kompetenz aus Wissen und Erfahrung. Im Bibeltext
1. Thessalonicher 5:21, auf den die Jahreslosung zurückgeht, ist es der Apostel Paulus, der Christinnen und Christen diese verantwortliche Aufgabe zutraut und zuspricht.

Der hierin ausgesprochene Prüfauftrag gilt für "alles". Worauf sich das vorrangig bezieht, zeigt der Nachsatz: "Behaltet das Gute". Das Ziel des Prüfens ist demnach eine persönliche Haltung, ein "Behalten" als Grundlage und Zielsetzung für das Leben. Das Prüfergebnis wird nicht einer anderen Person als Forderung übergeben; es ist gedacht zur Überprüfung der eigenen Glaubens- bzw. Lebenspraxis. Auch der von Paulus für "prüfen" verwendete griechische Begriff macht diese lebenspraktische Seite des Prüfauftrags deutlich: dieses Prüfen geschieht nicht theoretisch; es soll und muss dem Leben dienen.

Prüfstab ist "das Gute"; damit ist nach christlichem Verständnis all das gemeint, was dem Leben und Zusammenleben von Menschen grundlegend und grundsätzlich guttut bzw. zugutekommt: das unbedingt Positive für den Einzelnen selbst und im Miteinander mit anderen.

Das soll zuerst im Bereich der Gemeinde gelten, worauf der Bibeltext im Zusammenhang ausdrücklich Bezug nimmt, soll sich aber auch im Alltag zeigen: in Schule, Beruf und Nachbarschaft, in der Gesellschaft wie im Staatswesen. Biblisch gesehen ist das Gute: die Liebe. Wir Christen sehen uns mit Liebe beschenkt durch Gott und so bereit gemacht zum Weitergeben: "Liebe deinen Nächsten, er/sie ist Mensch wie Du." Dieses Gut(e) ist nötig! - In solcher Haltung lasst uns das Jahr 2025 gestalten: nicht mit einer Losung, sondern mit Leben.

Klaus Schmitz

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"Ich wollte bewusst von nichts anderem sprechen als von Jesus Christus, dem Gekreuzigten."
1. Korinther 2:2

Paulus ist besorgt, als er Nachricht aus einer "seiner" Gemeinden erhält: Korinth ist zerstritten, so wird ihm berichtet. Seine "lieben Geschwister" dort zanken sich; sie sind sich uneins, welche Lehrmeinung richtig ist. Die Korinther sind geradezu "parteisüchtig"! Nachdem Apollos der Gemeinde einige Zeit gedient hatte, fühlten sich einige Gläubige besonders ihm verbunden, während andere Paulus, dem Gemeindegründer, loyal blieben. Wieder andere hielten Petrus die Treue, während der Rest betonte, Christus treu zu sein. Zwischen diesen Gruppen entstanden ernste Spannungen.

Ist das so, wenn wir uns unserer Gewissheiten sehr sicher - zu sicher - sind, dass wir dann in die Gefahr geraten, andere Sichtweisen als falsch und verwerflich zu verurteilen, seien sie geistlicher Natur oder gehörten sie in die Sphäre der Lebensführung oder gar der Politik? Und beginnen wir dann auch gleich den Menschen selbst zu verachten und nicht nur seine Überzeugungen? Sind wir uns bewusst, dass auch wir uns irren, also selbst falsch liegen könnten?

Der Schriftsteller Marshall McLuhan hat einmal gesagt: "Ich weiß nicht, wer das Wasser entdeckt hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein Fisch war." Sind wir fähig, uns darin wiederzuentdecken: in Fischen, die das Wasser vor ihren Augen nicht sehen? Ja, das sollten wir. Und darum braucht es jemanden mit einer anderen Perspektive, der uns klar sehen hilft.

Für Paulus (und uns!) steht außer Frage, wer dieser Jemand ist. Natürlich Jesus Christus. Aber Paulus wird viel konkreter! Nicht das Leben oder die Lehren Jesu stellt er den Korinthern erneut vor Augen, auch nicht seine Auferstehung.

Sondern sein Kreuzestod steht im Mittelpunkt seiner Verkündigung! Der Kreuzestod, der Akt der Sühnung, öffnet die weite Perspektive nach vorne und deckt Vergangenes zu. Es betont das Neue, Lebendige und fordert dazu auf, Altes und Morsches zurückzulassen.

Unsere Vergebungsbereitschaft und der wohlwollende, gemeinsame Blick nach vorne, so verstehe ich hier Paulus, ermöglichen geglückte und gesunde Beziehungen zu Gott und unseren Mitmenschen.

Es liegt an uns, ob wir auf Paulus‘ Rat hören.

Alexander R.

Schienen

"Ihr werdet mich suchen und ihr werdet mich finden."
Jeremia 29:13

Wenn wir die Nachrichten hören, könnte uns angst und bange werden. Und inmitten all der schrecklichen Entwicklungen auf unserer Erde ruft Gott uns zu, dass Er unser Glück im Sinn hat. Schwer vorstellbar, nicht wahr? Doch es ist eine feste Zusage unseres Herrn! Er steht zu seinem Wort. Wenn Er vorhat, uns eine Zukunft zu schenken, wie wir sie uns erhoffen, dann ist dieses Ziel in der Zukunft zu erreichen. Nicht, weil wir es irgendwann und irgendwie verdient hätten, nein, weil Er es sagt ...!

"Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht." Nicht nur so nebenbei. Nicht nur dann, wenn uns nichts weiter mehr einfällt in unserer Not. Nicht halbherzig, sondern aus ganzer Kraft eines liebenden Herzens, das weiß, dass nur bei Gott das Glück, das Wohl zu finden ist, das wir suchen. Wie ein Kind, das nach seiner Mutter schreit, weil sie die wichtigste Person in seinem Leben ist, die Nahrungsquelle, der Trost, die Wärmespenderin, die immer Liebende. Das setzt voraus, dass wir ihn kennen, eine lebendige Beziehung zu Ihm haben, und Ihn erfahren haben. Er spielt nicht "Verstecken" mit uns, wenn wir ihn nicht gleich finden; es sind unsere Tränen, die unseren Blick trüben, unsere Panik, die uns blind macht. So wischt Er unsere Augen trocken und schenkt uns Frieden und Zuversicht in stürmischen und beängstidenden Zeiten.

SO ist Gott! Ein liebender Vater, eine zärtliche Mutter. "Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen" (Offenbarung 21, 4).

Gott segne uns und schenke uns Kraft, Mut und Herzensfrieden.

Gabriele Stangl

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"Dein Reich komme."
Matthäus 6:10

Drei Wörter. Sehr vertraut klingen sie in unseren Ohren: „Dein Reich komme.“ Ein Wunsch, eine Bitte, eine Erwartung wird hier geäußert, ganz bescheiden, fast lapidar formuliert, auf das Wesentliche reduziert, es scheint geradezu die Essenz von etwas zu sein: „Kommen soll dein Königtum“ (Münchener NT). So lehrt uns Jesus beten.

Eingebettet im Vaterunser, im Mustergebet, sind wir von Jesus eingeladen, täglich genau dafür zu beten. Offenbar ist Gottes Königsherrschaft auf Erden umkämpft und soll - und muss! - darum immer wieder neu erbeten werden.

Und das im stillen Kämmerlein, wie Luther es übersetzte, im Verborgenen. Beginnt schon dort Gottes Reich? Vielleicht können wir das so verstehen: Denn „Dein Reich komme“ hörte sich damals schon, zu Jesu Lebzeiten, auch für jüdische Ohren vertraut an. In ihren Synagogen wurde jeden Sabbat das Kaddisch gebetet. Und darin war auch der Zuspruch enthalten: „Sein Reich erstehe - in eurem Leben in euren Tagen“. So verstanden erbitten wir nicht eine ferne Utopie, ein Wolkenkuckucksheim oder ein Schlaraffenland. Sondern seine, Gottes, heilbare Nähe in unserem Alltag, in unseren Beziehungen.

So kann sein Reich zu uns kommen. Jeden Tag: in dir und mir, in unserer Gemeinde und unseren Familien.

Alexander R.

Herz auf Wand

"Alle eure Dinge lasst in Liebe geschehen."
1. Korinther 16:14

Wie ein frisch verschneites Feld liegt das neue Jahr vor uns: noch sind keine Fußspuren darauf zu sehen, alles liegt unberührt, neu gestaltbar, voller Möglichkeiten, aber vielleicht auch unsichtbarer Hindernisse, Unvorhersehbarkeiten vor uns. Wer wird uns begleiten? Wie oft werden wir wohl "ausrutschen"? Wird uns gelingen, was wir uns vorgenommen haben? Wieviel Freude, wieviel Leid erwartet uns? Wie wird es wohl am Ende des Jahres aussehen? - Gut, dass wir es nicht wissen.

Die Jahreslosung fordert uns auf, "alle unsere Dinge in Liebe geschehen zu lassen" (1. Korinther 16, 14). Im gleichen Buch, nur ein paar Kapitel zuvor, macht Paulus uns darauf aufmerksam, dass jegliches Werk, jede Gabe, jedes Opfer OHNE Liebe zu nichts nütze ist. Warum ist sie so wichtig? Was macht die Liebe so besonders?

LIEBE! Sie ist doch das, was unser Herz sich am allermeisten wünscht. Liebe ist nicht nur dieses wunderbare Gefühl, das unsere Seele zum Schwingen bringt und ihr Flügel verleiht, Liebe achtet den Nächsten genauso wie sich selbst und hat den anderen und sein Wohlergehen stets im Blick. Zugegeben, das ist nicht immer leicht. Doch wenn wir uns an Paulus' Rat halten würden, hätten wir da nicht schon ein Stück Himmel auf Erden?

Dieses Paulus-Wort gilt uns ganz persönlich, dir und mir. Wir wollen nicht darauf warten, bis andere damit anfangen, "alles in Liebe geschehen zu lassen", lasst uns selbst den Anfang machen. Natürlich, ich kann durch mein Verhalten zwar nicht die ganze Welt ändern, aber ich kann in "meiner kleinen Welt" so vieles bewirken, was glücklich macht und dadurch zum Guten verändern. Hat nicht Jesus gesagt: "An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid"? (Johannes 13, 35). Ein wunderschöner Gedanke - ein großer Auftrag!

Gott segne uns und schenke uns die Kraft dazu!

Gabriele Stangl

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"Werft dieses Vertrauen auf den Herrn nicht weg, was auch immer geschieht, sondern denkt an die große Belohnung, die damit verbunden ist!"
Hebräer 10:35

Wie schnell passiert es doch, dass wir unser Vertrauen in Menschen verlieren! Menschen enttäuschen uns, verleumden uns, lügen und betrügen. Wie soll man unter diesen Umständen bedingungslos vertrauen können?

Aber was, wenn es kein menschliches Versagen ist, das unser Leben aus den Bahnen wirft? Wenn es scheinbar Gottes Wille war, der es zuließ, dass mir Böses, Schlimmes, Leid widerfuhr? Wenn ich von IHM enttäuscht bin, weil ich den Eindruck habe, dass er mich scheinbar im Stich gelassen hat, sich nicht mehr für meine Belange interessiert?

Es ist schwierig, einem Menschen, der traurig und enttäuscht ist, eine gute Antwort zu geben, ohne ihn dabei vielleicht noch mehr hinunterzuziehen. Deshalb geht Paulus her und erinnert die Hebräer, auf das zu sehen, was ihnen Kraft und Hilfe geben kann in solch schwierigen Zeiten:

  • Schaut zurück auf die Zeit, in der ihr Christen geworden seid. Mit welcher Freude seid ihr für Christus eingestanden, habt Ihm bedingungslos vertraut.

  • Und jetzt schaut nach vorn, auch wenn es im Moment schwer fällt! Habt Geduld! Euer Blick wird wieder klarer. Er wird euch geben, was ihr erhofft. Er wird euch nie enttäuschen! Er liebt euch, hinein in eine wunderbare Zukunft bei Ihm in aller Ewigkeit.

Wollen wir uns doch gegenseitig erinnern an die Zeiten, in denen wir so viel Gutes mit Gott erlebt haben, ganz besonders dann, wenn es einmal nicht so aussieht! Es wird uns helfen durchzuhalten in Zeiten der Not und der Anfechtungen. Gott ist immer da! Ihm zu vertrauen ist das Gebot der Stunde!

Gottes Segen sei mit euch!

Gabriele Stangl